2009
Das Oxford Komma
Was ist ein „Oxford comma“?
Im Englischen wird in einer Auflistung von drei oder mehr Begriffen das „Oxford comma“ (auch „serial comma“ oder „Harvard comma“ genannt) direkt vor der Konjunktion (normalerweise „and“/„or“) gesetzt, auf die der letzte aufgezählte Begriff folgt. Auf deutsche Muttersprachler kann dieses Komma in englischen Texten befremdlich wirken. Es wird oft fälschlicherweise als Fehler gedeutet, da es im Deutschen laut Duden grundsätzlich nicht benutzt werden darf.
Beispiel mit „Oxford comma“
We have subsidiaries in France, Russia, and China.
Beispiel ohne „Oxford comma“
We have subsidiaries in France, Russia and China.
Warum wird im Englischen manchmal das „Oxford comma“ benutzt?
Ein Hauptargument für den Gebrauch des „Oxford comma“ ist der Wunsch, Unklarheit oder Doppeldeutigkeit zu vermeiden. Sehen Sie sich den folgenden Satz an:
I immediately called my superiors, Sally and Michael.
Hier könnte gemeint sein, dass der Sprecher sowohl seine Vorgesetzen als auch Sally und Michael angerufen hat. Oder es könnte heißen, dass Sally und Michael seine Vorgesetzten sind. Wollte man Ersteres zum Ausdruck bringen, könnte man dies mithilfe eines „Oxford comma“ unmissverständlich deutlich machen:
I immediately called my superiors, Sally, and Michael.
Wer benutzt das „Oxford comma“?
Dies lässt sich nicht genau eingrenzen, ist aber unabhängig von der Verwendung von britischem und amerikanischem Englisch. Zum Beispiel verfechten das Oxford Style Manual (2002) und das Chicago Manual of Style (2003) den verbindlichen Gebrauch des „Oxford comma“, wobei The New York Times und The Economist dessen Gebrauch ablehnen. In ihrem Bestseller über englische Zeichensetzung, Eats, Shoots & Leaves: The Zero Tolerance Approach to Punctuation (2003), bringt Lynne Truss die Sache auf den Punkt: „There are people who embrace the Oxford comma, and people who don't, and I'll just say this, never get between these people when drink has been taken“(auf Deutsch).
Kurzum
Als deutscher Muttersprachler können Sie im Englischen vom „Oxford comma“ Gebrauch machen, müssen dies aber nicht. Je nach Satz und Aussage hilft es jedoch, Unklarheiten zu vermeiden.
Dodge the/a bullet
Bedeutung
To dodge = ausweichen, zur Seite springen
Bullet = Kugel (z. B. aus einer Pistole)
Im übertragenen Sinne bedeutet also „to dodge the bullet” einem ernsthaften Problem knapp und mit viel Glück auszuweichen. Dies kann auf die eigene Leistung zurückzuführen sein oder auf bloßem Glück basieren. Mögliche deutsche Übersetzungen von „dodge a bullet“ sind also:
- Schwein/Glück haben
- Mit einem Schrecken bzw. knapp davonkommen
Beispiel
„Wow – I dodged the bullet! This morning, half my department was laid off. I’m one of the lucky ones. My job is safe, at least for now.” (Da habe ich nochmal Schwein gehabt! Heute morgen wurde der halben Abteilung gekündigt. Ich gehöre zu den Glücklichen. Meine Stelle ist zumindest vorerst sicher.”)
„Self-confident” oder „self-conscious”?
Besonders im mündlichen Sprachgebrauch wird das deutsche Wort „selbstsicher“ oft fälschlicherweise mit „self-conscious“ übersetzt. Dabei bedeutet jedoch „self-conscious“ allgemeinsprachlich genau das Gegenteil von „selbstsicher“! Ich habe bereits die Erfahrung gemacht, dass dieser False Friend nicht einmal vor deutschsprachigen Englischprofessoren halt macht.
self-conscious = gehemmt, unsicher, verlegen (in der Soziologie und Philosophie kann es auch „sich seiner selbst bewusst sein“ heißen)
Beispiel: „Because of my poor English skills I feel self-conscious about giving presentations in English“.
Die richtige englische Übersetzung für „selbstsicher“ ist „self-confident“ oder „confident“. Beispiel: „I think he'd be great in PR, he’s tactful, eloquent and self-confident“.
„These data are …” oder „This data is …”?
Besonders in geschriebenem Englisch mag die Frage aufkommen, ob das Wort „data“ ein nur im Plural verwendetes Nomen ist oder ein ausschließlich im Singular gebräuchliches Substantiv.
Heißt es also nun richtigerweise „These data are ...“ oder „This data is ...“?
Das Wort „data“ ist tatsächlich der Plural von „datum“. Dementsprechend müsste es nach den englischen Grammatikregeln theoretisch „These data are confusing“ heißen. Nichtsdestotrotz ist die Verwendung von „data“, insbesondere in der Alltagssprache aber auch in vielen englischsprachigen Zeitungen, in der Singularform heutzutage sehr gebräuchlich (e.g. „This data is confusing“).
Beide Verwendungsarten sind also mittlerweile gängig, jedoch spielen vor allem Zielgruppe und Kontext, bezüglich des zu bevorzugenden Gebrauchs, eine Rolle. In gesprochenem Englisch, beispielsweise beim Halten einer Präsentation, aber auch in Texten, die eher an ein internationales Publikum von Nichtmuttersprachlern adressiert sind, ist es empfehlenswert, das Wort „data“ in der Einzahl zu verwenden („This data is ...“). In akademischen/wissenschaftlichen Texten ist hingegen die Pluralform zu bevorzugen.
Weitere Informationen hierzu finden Sie (auf Englisch) unter:
http://www.eisu2.bham.ac.uk/johnstf/revis006.htm
Verwendung von Punkt und Komma als Trennzeichen bei Zahlen
Um Verwirrung zu vermeiden, insbesondere in Wirtschafts- und Finanztexten, sollten Sie folgende Regeln beherzigen:
1. Das richtige Dezimaltrennzeichen
- Im Deutschen: „Dies wird Sie 999,50 EUR kosten“
- Im Englischen: “This will cost you 999.50 EUR”
Achten Sie darauf, dass im Englischen ein Dezimalpunkt statt eines Kommas vor der Centangabe (beziehungsweise zwischen dem ganzen und dem gebrochenen Teil einer Zahl) verwendet wird.
2. Das korrekte Tausendertrennzeichen
- Im Deutschen: „Dies wird Sie 1.000,50 EUR kosten“
- Im Englischen: “This will cost you 1,000.50 EUR”
Achten Sie darauf, dass im Englischen ein Komma statt eines Tausenderpunkts verwendet wird, um Ziffern in Dreiergruppen zusammenzufassen.
Impressum oder Imprint?
Betreiber von Webseiten in Deutschland sind laut § 5 des Telemediengesetzes dazu verpflichtet, bestimmte Informationen anzugeben. Dies wird meist als „Impressum" bezeichnet. Dazu gibt es aber kein treffendes englisches Pendant. Häufig wird „Impressum“ fälschlicherweise als „Imprint“ oder „Masthead“ übersetzt. Diese Bezeichnungen werden im Englischen jedoch ausschließlich im Zusammenhang mit Printmedien verwendet, also beispielsweise in Büchern, Magazinen oder Zeitungen.
Auf englischsprachigen Webseiten stößt man oft auf die Punkte „Privacy Policy“, „Terms & Conditions“ oder „Legal Disclaimer“, wobei diese jedoch nicht genaue Wiedergaben des deutschen „Impressum“ sind. Wie Sie in dieser Google-Suche sehen können, wird die Bezeichnung „Imprint“ nicht auf englischsprachigen Webseiten aus den USA und aus GB verwendet. Im Gegensatz dazu findet die Bezeichnung „Imprint“ jedoch (fälschlicherweise) häufig auf englischsprachigen Webseiten aus Deutschland Verwendung, wie man dieser Google-Suche entnehmen kann.
Korrekte englische Übersetzungen von „Impressum“:
- „Impressum – Legal Disclosure“
- „Impressum – Legal Notice“
- Oder einfach: „Impressum“ (Jedoch tun Sie gut daran, kurz zu erklären, dass es sich hier um eine in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Angabe handelt – so, wie Sie es hier sehen können)
Siehe auch den Wikipedia Artikel über „Imprint".
„One billion“ = „Eine Billion“?
„One million“ auf Englisch ist gleich „eine Million“ auf Deutsch – kennen Sie jedoch die folgenden
False Friends?
| Deutsch | Englisch | |
| eine Milliarde | = | one billion |
| eine Billion |
= | one trillion |
| eine Billiarde |
= | one quadrillion |
Sich hier Fehler zu erlauben kann, gelinde gesagt, zu viel Verwirrung führen. Deshalb: Achten Sie darauf, alle übersetzten Dokumente, die diese Zahlen beinhalten, peinlich genau zu überprüfen.
Ball park figure
Etymologie:
Eine Anspielung auf das relativ große Baseball-Spielfeld und die Tatsache, dass ein Baseball in seltenen Fällen über das Feld hinaus geschlagen wird, aber meist irgendwo innerhalb des Spielfelds landet.
Beispiel:
„I'd say it will cost 500 dollars, but that’s a ballpark figure.”